Lernpläne für deine Ausbildung
So lernst du in deiner Pflegeausbildung
Die Pflegeausbildung stellt dich vor viele neue Inhalte und Herausforderungen. Leider bringt dir kaum jemand bei, wie du richtig lernst. Wie organisierst du dich? Wie baust du ein System auf, um Schritt für Schritt zu lernen, und wie entwickelst du dieses im Laufe der Ausbildung weiter?
Die Ausbildung verläuft in Phasen, und Lernen funktioniert nicht in jeder Phase gleich. Deshalb findest du hier drei Lernpläne, die dich Schritt für Schritt begleiten und dir helfen, dein Lernen an deinen aktuellen Stand anzupassen.
Lernplan 1 (1. Lehrjahr)
Im ersten Lehrjahr der Pflegeausbildung ist vieles neu. Du lernst Abläufe, Fachbegriffe und bist gleichzeitig in der Praxis gefordert. Genau hier ist es wichtig, von Anfang an eine klare Struktur beim Lernen zu entwickeln.
Dieser Lernplan hilft dir, deine Lernzeiten sinnvoll zu organisieren, Inhalte verständlich aufzubereiten und Sicherheit aufzubauen. So legst du die Grundlage für deine gesamte Ausbildung. Ich möchte dir diese Grundlage an die Hand geben, damit du deinen Lernplan individuell gestalten und an deine eigenen Bedürfnisse anpassen kannst.
Grundprinzip
Gerade am Anfang der Pflegeausbildung ist es wichtig, nicht zu viel auf einmal zu wollen. Es geht nicht darum, möglichst viel Stoff zu lernen, sondern die Inhalte wirklich zu verstehen. Viele Azubis machen den Fehler, ständig neue Themen zu beginnen, ohne das Gelernte zu wiederholen. Dabei ist Wiederholung der Schlüssel, damit Wissen im Kopf bleibt und in der Praxis sicher angewendet werden kann.
Du musst nicht alles sofort können. Wichtig ist, dass du jeden Tag ein kleines Stück dazulernst und dranbleibst.
Deinen Lernstil verstehen
Jeder Mensch lernt ein wenig anders. Deshalb solltest du am Anfang herausfinden, welche Methode für dich am besten funktioniert. Manche lernen gut mit Lernkarten, andere arbeiten lieber mit Mindmaps oder sprechen Inhalte als Audioaufnahme ein.
Wichtig ist: Nutze diese Methoden als Orientierung und entscheide dich am Ende für das, womit du Inhalte wirklich verstehst und behalten kannst. Mein Lerntyp-Test steht dir zusätzlich zur Verfügung und kann dir als erste Orientierung dienen.
Feste Lernzeiten planen
Struktur ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Ausbildung. Plane feste Lernzeiten ein, die realistisch in deinen Alltag passen.
Unter der Woche reichen oft schon 30 bis 60 Minuten pro Tag, wenn du konzentriert arbeitest. Am Abend solltest du dir zusätzlich 10 bis 25 Minuten Zeit für Wiederholung nehmen. Verteile deine Lerneinheiten so, dass sie gut in deinen Alltag passen. Hast du sie einmal fest eingeplant, halte dich daran und lass möglichst nichts dazwischenkommen.
Der Samstag eignet sich gut als reiner Wiederholungstag, an dem du keine neuen Inhalte lernst. Der Sonntag sollte bewusst frei bleiben, damit du dich erholen und neue Energie sammeln kannst.
Aufbau einer Lerneinheit
Damit Lernen effektiv wird, sollte jede Lerneinheit gleich aufgebaut sein. Zu Beginn beschäftigst du dich mit einem neuen Thema. Dafür nutzt du deine Unterlagen aus der Schule, deine Notizen und dein Fachbuch, um dir das Thema zu erarbeiten und zu verstehen.
Im nächsten Schritt brichst du das Thema herunter. Stelle dir dazu immer die gleichen vier Fragen: Was ist das? Warum entsteht es? Woran erkenne ich es? Und was bedeutet das für die Pflege? Aus diesen Antworten erstellst du Lernkarten oder eine kleine Mindmap. Achte dabei darauf, eine feste Struktur zu verwenden, die du bei jedem Thema gleich anwendest.
Zum Abschluss überprüfst du dich selbst, indem du das Thema ohne Unterlagen erklärst. Wenn du ins Stocken kommst, erkennst du genau, wo du noch nacharbeiten musst.
Mit festen Strukturen arbeiten
Gerade bei komplexeren Themen hilft dir eine feste Struktur. Wenn du zum Beispiel ein Krankheitsbild lernst, solltest du immer nach dem gleichen Schema vorgehen. Dazu gehören unter anderem Definition, Ursachen, Symptome und pflegerische Maßnahmen. Diese Wiederholung im Aufbau hilft deinem Gehirn, Inhalte schneller zu verarbeiten und besser zu speichern. Wichtig ist dabei, dass du nicht länger als etwa eine Stunde an einem Thema arbeitest.
Die richtigen Lernmethoden nutzen
Für den Einstieg haben sich Lernkarten besonders bewährt. Sie helfen dir, Inhalte kurz und präzise festzuhalten und regelmäßig zu wiederholen. Mindmaps eignen sich vor allem dann, wenn du Zusammenhänge verstehen möchtest, zum Beispiel bei Abläufen oder komplexen Themen.
Vermeide es, lange Texte abzuschreiben. Das kostet viel Zeit und bringt dir oft weniger als aktive Methoden.
Fokus: Ein Thema pro Einheit
Versuche, dich pro Lerneinheit auf ein Thema zu konzentrieren. Wenn möglich, bearbeitest du pro Tag nur ein Thema. So bleibt dein Kopf klar und du vermeidest, Inhalte durcheinanderzubringen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Ich habe das Thema, das wir in der Schule behandelt haben, direkt am selben Tag nachgearbeitet. War das Thema komplexer, habe ich es auf zwei Tage aufgeteilt.
Wiederholungssystem
Damit Wissen langfristig im Kopf bleibt, brauchst du ein klares Wiederholungssystem. Wiederhole täglich für einige Minuten ältere Inhalte. Nach ein paar Tagen solltest du ein Thema erneut anschauen, um es zu festigen. Am Samstag kannst du dann die komplette Woche noch einmal durchgehen und dein Wissen überprüfen.
Der Wiederholungstag
Der Wiederholungstag ist ein zentraler Bestandteil deines Lernplans. An diesem Tag geht es nicht darum, Neues zu lernen, sondern das Gelernte zu festigen. Erkläre dir die Themen laut, bearbeite Testfragen und überprüfe dein Wissen auch schriftlich. Ein Thema sitzt erst dann wirklich, wenn du es einfach und verständlich erklären kannst.
Ein Tipp: Wenn du es schaffst, ein Fachthema oder eine Erkrankung einer Person ohne Vorkenntnisse so zu erklären, dass sie es versteht, dann hast du das Thema wirklich verinnerlicht.
Lernen aus der Praxis
Die Praxis ist einer der besten Lernorte. Alles, was dir unklar ist, ist kein Problem, und sondern eine Chance zu lernen. Nach jedem Praxistag solltest du dir bewusst eine Situation herausnehmen, die du nicht vollständig verstanden hast. Daraus entwickelst du ein konkretes Lernthema, das du gezielt nacharbeitest. Diese Einheit sollte nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern.
Dabei kann dir ein Lerntagebuch helfen, das du während deiner Ausbildung regelmäßig führst.
Praxisbezug herstellen
Versuche, dein Wissen aktiv mit der Praxis zu verknüpfen. Wenn du zum Beispiel ein Krankheitsbild wie Parkinson lernst, achte bewusst darauf, ob du Patienten mit diesem Krankheitsbild in der Praxis erlebst. Beobachte gezielt die Symptome, das Verhalten und den Pflegebedarf.
Versuche dabei, die passenden Fachbegriffe zu verwenden, um die Symptome korrekt zu benennen. So lernst du die Fachsprache von Anfang an und wirst mit der Zeit immer sicherer im Umgang mit pflegerischen Begriffen. Des Weiteren verbindest du Theorie mit echten Erfahrungen, und genau das bleibt langfristig im Kopf.
Fazit
Du entwickelst dich in der Pflege Schritt für Schritt. Es geht nicht darum, perfekt zu starten, sondern ein System aufzubauen und dranzubleiben. Dieses System wird nicht am ersten Tag perfekt funktionieren. Probiere es aus und passe es nach einer Woche bei Bedarf an.
Wenn du regelmäßig lernst, Inhalte verstehst und Wiederholungen einbaust, wirst du mit der Zeit immer sicherer. So wächst nicht nur dein Wissen, sondern auch dein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten.
Wenn du diesen Lernplan für dich nutzen möchtest, kannst du ihn dir ganz einfach als PDF herunterladen. So hast du alle Inhalte übersichtlich und stichpunktartig an einem Ort und kannst sie jederzeit im Alltag oder in der Praxis nutzen.
Über den Button gelangst du direkt zum Download-Bereich.
Partner des Pflegekanals

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